Weniger Temperatur. Mehr Effizienz

Gemeinsam gestalten wir die Wärmeversorgung der Zukunft

Fernwärme ist ein zentrales Element der zukünftigen Wärmeversorgung unserer Stadt. Sie sorgt zuverlässig für Wärme und Warmwasser und leistet gleichzeitig einen großen Beitrag zum Klimaschutz – heute und in Zukunft. Unsere Wärme wird bereits jetzt vor Ort umweltschonend im Heizkraftwerk „An der Fine“ erzeugt – ganz ohne Kohle und dank hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung. Dadurch reduzieren wir jährlich rund 30.000 Tonnen CO₂ und nutzen Energie besonders effizient.

Damit sie auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig, effizient und klimafreundlich bleibt, modernisieren wir unser Netz, bauen neue erneuerbare Erzeugungsanlagen und senken schrittweise die Systemtemperaturen.

Im Mittelpunkt stehen drei große Zukunftsschritte:

  • Die Kommunale Wärmeplanung – sie definiert, wie Dessau-Roßlau bis 2045 klimaneutral heizen wird.
  • Der Transformationsplan der Stadtwerke – unser konkreter Fahrplan, um das Fernwärmesystem Schritt für Schritt auf erneuerbare Energien, neue Technologien und höhere Effizienz umzustellen.
  • Die Temperaturabsenkung im Fernwärmenetz – ein unverzichtbarer Faktor, um erneuerbare Erzeugungsformen wirtschaftlich und stabil einsetzen zu können.

Mit einem über 130 km langen Fernwärmenetz und einer klaren Transformationsstrategie gestalten die Stadtwerke Dessau aktiv die kommunale Wärmeplanung und leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Dessau-Roßlau bis spätestens 2045 klimaneutral wird.

Warum wir die Vorlauf- und Rücklauftemperaturen senken

Die Energiewende bringt neue Anforderungen an Fernwärmenetze mit sich. Um künftig mehr erneuerbare Energien einzubinden, ist eine schrittweise Absenkung der Vor- und Rücklauftemperaturen erforderlich.

Was bedeuten Vor- und Rücklauftemperatur?

  • Vorlauftemperatur: Die Temperatur des heißen Wassers, das von uns zu Ihrer Übergabestation transportiert wird.
  • Rücklauftemperatur: Die Temperatur des Wassers, nachdem Ihre Heizung die Wärme genutzt hat und es ins Netz zurückfließt.

Je niedriger die Rücklauftemperatur und je größer die Differenz zum Vorlauf, desto effizienter arbeitet das gesamte Fernwärmesystem.

Warum ist die Absenkung so wichtig?

  • Höhere Energieeffizienz: Weniger Wärmeverluste im Netz, geringerer Energieeinsatz.
  • Mehr erneuerbare Energien: Wärmepumpen, Geothermie und Solarthermie lassen sich besser einbinden.
  • Niedrigere Emissionen: Weniger CO₂-Ausstoß durch effizienteren Betrieb.
  • Mehr Versorgungssicherheit: Temperaturstabilität auch bei hoher Auslastung.
  • Wirtschaftlichkeit: Niedrigere Systemtemperaturen bedeuten langfristig niedrigere Betriebskosten.

Ab Mai 2026 senken wir die Netztemperaturen schrittweise – bis sie im Jahr 2045 die gesetzlichen Zielwerte erreichen.

Für den sicheren Anschluss von Gebäuden an unser Fernwärmenetz gelten unsere Technischen Anschlussbedingungen (TAB) für Heizwasser.

Die Einhaltung der vereinbarten Rücklauftemperaturen ist in der AVBFernwärmeV (Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme) geregelt.

Als Anschlussnehmer sind Sie für den ordnungsgemäßen Betrieb Ihrer Heizungsanlage hinter dem Hausanschluss verantwortlich. Ihre Anlage muss so betrieben werden, dass keine Störungen für andere Kunden oder für das Fernwärmenetz entstehen.

Was bedeutet das für Sie als Fernwärmekunde?

In vielen Gebäuden – vor allem neueren oder bereits sanierten – sind keine Änderungen erforderlich.

Sollten jedoch hohe Rücklauftemperaturen auftreten oder ältere Heizungsanlagen verbaut sein, können Anpassungen sinnvoll oder notwendig sein, um:

  • die neuen Temperaturvorgaben einzuhalten,
  • die Effizienz der eigenen Anlage zu verbessern,
  • langfristig Heizkosten zu senken und
  • gesetzliche Anforderungen (z. B. GEG) zu erfüllen.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre Heizungsanlage bereits jetzt prüfen zu lassen: Ihr Heizungsfachbetrieb oder Energieberater kann einschätzen, ob Ihre Anlage vorbereitet ist oder ob Optimierungen erforderlich sind.

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Ihre Optionen zur Anlagenoptimierung

1. Hydraulischer Abgleich

Der wichtigste Schritt für niedrigere Rücklauftemperaturen. Er sorgt dafür, dass alle Heizkörper optimal mit Energie versorgt werden.

2. Heizkörper modernisieren

Moderne Niedertemperatur- oder größere Flächenheizkörper ermöglichen niedrige Vorlauftemperaturen – und erhöhen den Komfort.

3. Warmwasserbereitung verbessern

Ein effizienter Hygienespeicher oder moderne Warmwassertechnik reduziert die Rücklauftemperatur deutlich.

4. Gebäude dämmen

Maßnahmen an Dach, Fassade oder Fenstern verringern den Wärmebedarf spürbar – und machen niedrigere Temperaturen problemlos möglich.

Viele dieser Maßnahmen werden durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt.

Hausbesitzer-Symbol

Auch Sie als Kundin oder Kunde leisten einen direkten Beitrag zur Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Fernwärme – durch optimierte Rücklauftemperaturen, angepasste Anlagentechnik und moderne Wärmeübergabesysteme.

Gemeinsam können wir die Wärmeversorgung unserer Stadt nachhaltiger, sicherer und bezahlbarer gestalten.

Ihre Vorteile der Fernwärme

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Effizient und umweltfreundlich

  • emissionsarme Erzeugung, niedriger Primärenergiefaktor
  • Beitrag zur Energieeinsparverordnung (EnEV)
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Sauber und sicher

  • keine Brennstofflagerung
  • kein Schornstein, keine Rauchgase
  • geringer Platzbedarf, hohe Anlagenlebensdauer
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Wartungsarm und komfortabel

  • zuverlässige Versorgung
  • Anpassbar an individuellen Bedarf
  • hohe Betriebssicherheit

Ihr Weg zum klimaneutralen Fernwärmeanschluss

Kommt Ihre bestehende Hausinstallation bereits mit den geplanten niedrigeren Netztemperaturen zurecht, müssen Sie nichts tun. Sie werden die bevorstehenden Anpassungen im Netzwerk nicht bemerken. Sind Sie sich jedoch nicht sicher, ob Ihre Anlage den künftigen Anforderungen genügt, oder falls Sie einen Neuanschluss ans Fernwärmenetz der Stadtwerke Dessau in Erwägung ziehen, empfehlen wir Ihnen folgende Vorgehensweise.

Schritt 1 – Kontakt aufnehmen (für Neukunden)
Prüfen Sie mit den Stadtwerken Dessau, ob Ihr Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden kann. Bei Anschlussmöglichkeiten vereinbaren wir eine unverbindliche Vor-Ort-Besichtigung.

Schritt 2 – Temperaturen prüfen lassen
Ein Fachunternehmen (Heizungsfirma, Ingenieurbüro, Energieberater) prüft, ob Ihr Gebäude mit den zukünftigen niedrigeren Vorlauf- und Rücklauftemperaturen effizient beheizt werden kann.

Schritt 3 – Angebot einholen
Sollten Anpassungen nötig sein, erhalten Sie konkrete Vorschläge und eine Kostenabschätzung – inklusive möglicher Förderungen.

Schritt 4 – Entscheidung treffen
Treffen Sie eine fundierte Entscheidung und stellen Sie sicher, dass Ihre Anlage den gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes entspricht (mind. 65 % erneuerbare Energien bei Heizungstausch, Klimaneutralität bis 2045).

Ihre Ansprechpartner

Sie haben Fragen zur Temperaturabsenkung, zum Anschluss, zu technischen Anforderungen oder zu Fördermöglichkeiten?
Wir beraten Sie gern persönlich.

Uwe Fillbrandt
T: 0340 899 1504
» E-Mail

Häufige Fragen zur Temperaturabsenkung

FAQ

Warum senken die Stadtwerke Dessau die Vorlauf- und Rücklauftemperaturen?

Die Absenkung ist ein wichtiger Schritt für eine klimafreundliche und zukunftssichere Fernwärmeversorgung. Niedrigere Temperaturen reduzieren Wärmeverluste, erhöhen die Effizienz des Netzes und ermöglichen den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien wie Wärmepumpen, Geothermie und Solarthermie.

Was sind Vorlauf- und Rücklauftemperatur?

Vorlauftemperatur: Die Temperatur des heißen Wassers, das vom Fernwärmenetz zu Ihrem Gebäude fließt.

Rücklauftemperatur: Die Temperatur des Wassers, nachdem die Wärme im Gebäude genutzt wurde und es ins Netz zurückgeführt wird.

Je niedriger die Rücklauftemperatur und je größer der Temperaturunterschied zwischen Vor- und Rücklauf, desto effizienter arbeitet das Fernwärmesystem.

Wo finde ich die vorgeschriebenen Vor- und Rücklauftemperatur?

In den Technischen Anschlussbedingungen auf Seite 12 unter Parameter Fernwärme finden Sie die Übersicht zu den vorgegebenen Vor- und Rücklauftemperaturen für die jeweiligen Netz und Jahre.

Ab wann werden die Temperaturen im Fernwärmenetz gesenkt?

Ab Mai 2026 beginnen die Stadtwerke Dessau mit einer schrittweisen Absenkung der Netztemperaturen. Ziel ist es, bis 2045 die gesetzlichen Vorgaben für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.

Wen betrifft das Thema Wärmewende und Optimierung der Rücklauftemperatur?

Die Wärmewende und die Einhaltung der in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) definierten Rücklauftemperatur betrifft alle Kunden, die an unser innerstädtisches Fernwärme-Verbundnetz angeschlossen sind – unabhängig davon, ob es sich um ein Einfamilien-, ein Mehrfamilienhaus oder um größere Anlagen handelt.

Wer ist für die Einhaltung der Rücklauftemperatur verantwortlich?

Die Verantwortung für die Heizungsanlage ab dem Hausanschluss liegt beim Anschlussnehmer. Dazu gehören Errichtung, Betrieb, Wartung sowie eventuelle Anpassungen der Anlage – mit Ausnahme der Mess- und Regeleinrichtungen des Fernwärmeversorgers.

Ihre Heizungsanlage ist so zu betreiben, dass sie die vereinbarten Rücklauftemperaturen einhält und keine negativen Auswirkungen auf das Fernwärmenetz oder andere Kunden verursacht. Eine regelmäßige Prüfung durch einen Fachbetrieb hilft dabei, diese Anforderungen sicher zu erfüllen.

Muss ich als Fernwärmekunde meine Heizungsanlage prüfen lassen oder etwas unternehmen?

Grundsätzlich sollte jede Heizungsanlage von einem Fachbetrieb geprüft werden, um festzustellen, ob sie mit den zukünftigen Temperaturen effizient betrieben werden kann oder ob Optimierungen sinnvoll sind.

In vielen Fällen sind jedoch keine Maßnahmen erforderlich. Besonders neuere oder bereits sanierte Gebäude sind meist schon für niedrigere Vorlauf- und Rücklauftemperaturen geeignet. Anpassungen werden in der Regel nur bei älteren Heizungsanlagen oder bei dauerhaft hohen Rücklauftemperaturen notwendig.

Welche Vorteile habe ich durch niedrigere Netztemperaturen?

Die Absenkung der Netztemperaturen wirkt sich direkt positiv auf Ihre Wärmeversorgung aus und bietet Ihnen folgende Vorteile:

  • mehr Effizienz in Ihrer Heizungsanlage durch geringere Wärmeverluste
  • langfristig stabile und niedrigere Wärmekosten durch einen effizienteren Netzbetrieb
  • geringerer CO₂-Fußabdruck Ihres Gebäudes und aktiver Beitrag zum Klimaschutz
  • zuverlässige und sichere Wärmeversorgung, auch in Zeiten hoher Nachfrage
  • zukunftssichere Fernwärme, da erneuerbare Energien besser eingebunden werden können
Welche Maßnahmen können meine Rücklauftemperatur senken?

Typische Optimierungsmaßnahmen sind:

  • Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
  • Modernisierung von Heizkörpern oder Einsatz von Flächenheizungen
  • Optimierung der Warmwasserbereitung (z. B. Hygienespeicher)
  • Verbesserung der Gebäudedämmung

Viele dieser Maßnahmen sind förderfähig über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).

Warum ist es wichtig, die in den Technischen Anschlussbedinungen (TAB) vorgegebene Rücklauftemperatur einzuhalten?

Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erfüllen, soll die Dessauer Fernwärme klimaneutral werden. Dazu werden neue Technologien wie z.B. eine Großwärmepumpe benötigt. Diese können jedoch nur unter bestimmten Bedingungen effizient laufen. Dazu gehört vor allem auch eine niedrige Rücklauftemperatur von 45-50° C. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Kundenanlagen entsprechend den Vorgaben der TAB Fernwärme optimal eingestellt sind.

Was passiert, wenn ich die erforderliche Rücklauftemperatur nicht einhalte und entgegen der Aufforderung keine Optimierung an der Anlage vornehmen lasse?

Die Einhaltung der Rücklauftemperatur ist in den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Fernwärme geregelt und Bestandteil des Vertragsverhältnisses.

Wird die Rücklauftemperatur trotz mehrfacher Aufforderung dauerhaft nicht eingehalten, kann die Fernwärmeleistung für das betreffende Objekt so angepasst werden, dass die Rücklauftemperatur reduziert wird. Dies kann jedoch zu spürbaren Komforteinbußen innerhalb der Immobilie führen.

Wird meine Wärmeversorgung durch die Umstellung eingeschränkt?

Nein. Die Umstellung erfolgt schrittweise und so, dass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. Bei geeigneten Hausinstallationen werden Sie die Anpassungen im Netz nicht bemerken.

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